Titelbilde

Wir wählen einen ruhigen Ort und setzen uns bequem hin. Wir können in der traditionellen Haltung mit verschränkten Beinen oder in irgendeiner anderen bequemen Position sitzen. Wenn wir wollen, können wir auf einem Stuhl sitzen. Das Wichtigste ist ein gerader Rücken, um zu verhindern, dass unser Geist träge oder schläfrig wird.

Wir schließen unsere Augen ganz oder teilweise und werden uns dem Fluss unseres Atems bewusst. Wir atmen durch die Nase, ohne unseren Atem zu kontrollieren. Wir beobachten einfach, was sowieso schon ganz natürlich passiert. Wir werden uns insbesondere des Gefühls bewusst, das der Atem hervorruft, wenn er durch die Nase ein- und ausströmt. Dieses Gefühl ist unser Meditationsobjekt. Wir richten unsere ganze Aufmerksamkeit auf dieses Gefühl, alles andere kann warten.

Zuerst wird unser Geist sehr beschäftigt sein, und wir könnten sogar meinen, dass die Meditation unseren Geist unruhiger macht; aber in Wirklichkeit wird uns nur bewusster, wie beschäftigt unser Geist eigentlich ständig ist. Bemerken wir, dass unser Geist den Atem vergessen hat und Gedanken folgt, bringen wir ihn sofort zum Atem zurück. Dies wiederholen wir so oft wie nötig, bis der Geist auf dem Atem verweilt. 

„Wenn die Unruhe der ablenkenden Gedanken abnimmt und unser Geist zur Ruhe kommt, entsteht aus unserem Inneren ganz natürlich tiefes Glück und Zufriedenheit.“ 

Geshe Kelsang Gyatso Rinpoche

In den Momenten, in denen sich durch unsere Konzentration auf den Atem ein Raum zwischen den Gedanken auftut und wir Wohlbefinden erleben, erlauben wir uns, diese Erfahrung zu genießen. Wenn Gedanken wieder hochkommen, richten wir unsere Aufmerksamkeit wieder voll auf unseren Atem.

Es ist hilfreich, sich einen leisen Wecker zu stellen, so dass man während der Meditationszeit nicht nach der Uhr schielen muss…